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Showing posts from 2016

KÖNNEN DIE WAHLMÄNNER TRUMP STOPPEN?

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Montag findet die eigentliche US-Wahl statt: Die Wahlmänner bzw. Electors werden ihre Stimmen abgeben. In den letzten Wochen war die Rede davon, dass einige republikanische Electors ihre Stimme an Hillary oder gar nicht abgeben werden. Sie werden "nach ihrem Gewissen" wählen und sie können ihren Gewissen mit Trump nicht vereinbaren. Die US-Verfassung steckt voller Sicherheiten, um zu vermeiden, dass ein "Tyrann" ins Weisse Haus kommt, und das Wahlmänner-System gehört dazu: sie dürfen laut Verfassung tatsächlich ihre Stimme anders abgeben, als der Ausgang der Wahl in ihren Bundesstaaten es eigentlich verlangt. Manche Bundesstaaten haben Gesetze, wonach sogenannte "faithless electors" (untreue Wahlmänner) bestraft werden, aber diese Gesetze wurden nicht angewandt und die Strafe wäre ohnehin nicht hoch. Allerdings sind die Wahlmänner meist prominente Mitglieder ihrer Parteien, es gibt in der Regel kein Grund, warum sie gegen ihre eigene Partei stimmen sollte…

DIE WACHABLÖSUNG

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DIE WACHABLÖSUNG
Was gerade in Amerika und in der ganzen westlichen Welt passiert, ist eine Wachablösung.
Seit der 68er-Revolution sind die Revoluzzer von gestern zum Establishment von heute geworden und inzwischen genauso verknöchert wie das Establishment damals. Irgendwann muss jedes Establishment rausgeschmissen werden, im Guten wie im Bösen, und das passiert jetzt. Es dünkt mir, ich werde das neue Establishment weniger mögen als das alte, aber die Mehrheit der Amerikaner und der Europäer sind offenbar anderer Meinung.
Dass es Zeit wird, dass das alte Establishment rausgeschmissen wird, merkt man an der Stagnation unserer Kultur: Damals hatten wir Grass und Böll, heute haben wir Daniel Kehlmann; damals Beatles und Stones, heute Adele und 50 Cent. Damals, als Dylan über die changing times sang, hatte er sicher auch nie geglaubt, er würde einmal im Smoking in Stockholm stehen und den Nobelpreis in Empfang nehmen.
Dazu kommt, dass die revolutionären Anliegen der 68er, vom Sozialismus übe…

Ancient Texts & I

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Growing up a Mormon affected my relationship to books.

For a Mormon, books are more than just escape or entertainment or information, or even beauty or wisdom, they were a kind of window looking out on the eternal. Some books were special because they contained the word of God – and those books were old, written thousands of years ago by wild-eyed prophets, oversexed poets in perfumed desert tents, nameless historians trying to make sense out of past, present and future, radical religious rebels and perplexing visionaries.

I think that explains why I always had a tendency toward ancient texts, much more so than modern texts – modern books are fine, perhaps also more relevant and certainly more exciting (the ancient authors didn’t get suspense), but to me ancient texts are mysteries to be unraveled, holding truths we have lost today. That’s why when I began studying literature my interest immediately tended to the Middle Ages. Even today I revere the old books more than the new, starti…