Warum Occupy und die Tea Party einander mögen sollten

Hiermit nehme ich alles zurück, was ich je im Leben über die Occupy-Bewegung gesagt habe.

Und das war nicht wenig: Pubertär und halbgar habe ich sie genannt, ineffektiv, politisch wie wirtschaftlich naiv, im Vergleich zur Tea Party leider irrelevant, und vieles mehr.

All das bereue ich jetzt, denn seit einigen Wochen hat eine Handvoll Occupy-Anhänger ein Projekt ins Leben gerufen, das ich ernst nehmen kann. Lustigerweise ist es eine Idee, die sogar die Tea Party ernst nehmen kann. Ach was, es ist eine Idee, auf die die Tea Party neidisch sein sollte. ...


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Comments

Anonymous said…
1789 haben wir die Ermächtigung des Bürgertums gegenüber dem Adel erlebt. Daraus entstand unser moderner Staat. Die zunehmende Privatisierung von originären Staatsaufgaben an reiche Privatleute ist meiner Auffassung nach identisch mit einer erneuten Ermächtigung des (Geld) Adels gegenüber dem Bürgertum. An dessen Ende könnte der amerikanische Präsident ähnlich mächtig sein wie die Queen in England oder Gauck in Deutschland. Seine Macht könnte sich also auf das Halten pathetischer Sonntagsreden beschränken. Die wirklichen Entscheidungen würden nicht mehr von einer kritischen demokratischen Öffentlichkeit getroffen. Politiker hätten keinen wirklichen Gestaltungsspielraum mehr, sondern wären zu Bittstellern degradiert die an die Menschenfreundlichkeit des Geldadels appellieren müssten.
Meiner Meinung nach ist das eher eine Horrorvorstellung.
Abgesehen davon wird der Geldadel aller Erfahrung nach auch Gegenforderungen stellen für seine vermeintliche Güte. In Konsequenz würde der Staat zunehmend zerfallen. Multimilliardäre könnten in Versuchung geraten eigene kleine Privatfürstentümer zu errichten. Siehe dazu auch den jüngsten Batman Film: The Dark Knight rises!
Dass viele Deutsche dem Geldadel kritisch gegenüber stehen mag zu tun haben mit unseren kollektiven historischen Erinnerungen. Wer will denn ernsthaft zurück zu Zeiten als der normale Mensch nicht mehr war als ein Bittsteller am Hofe des Königs oder eines Fürsten?
Ihr Glaube an die Menschenfreundlichkeit des Geldadels erinnert mich an die Märchen aus Tausendundeiner Nacht.
Der menschenfreundliche Kalif der auf einem weißen Esel durch Bagdad reitet und Geschenke an die Bedürftigen verteilt...
Zweifellos gibt es Menschen die politisch dorthin zurück wollen (möglicherweise gehören Sie dazu). Für Deutschland möchte ich nur an Sloterdijk erinnern. Dessen Steuerideen würden Sie mutmaßlich auch gut heißen.
Für mich (und hoffentlich für möglichst viele Europäer) stellen diese Ideen aber einen Albtraum dar.
Wenn die Amerikaner unbedingt ins Feudalsystem zurück möchten - bitte sehr!
Möglicherweise hat Bill Gates demnächst auch noch das Recht auf die berühmte "erste Nacht"!
Anonymous said…
Hinzufügen möchte ich noch folgendes (ich möchte Ihre Seite nicht "zuspammen"!).
Der Sozialstaat wird lediglich für die Unter- und Mittelschicht privatisiert.
Der Sozialstaat der Oberschicht wird (oder soll) weiterhin in öffentlicher Hand bleiben!
Der Sozialstaat der Oberschicht besteht konkret in der Rettung der Banken und der entsprechenden Vermögen! Andernfalls würde ja auch das System kollabieren!
Sollte man das zulassen? Gar gutheißen? Die Risiken der Mittelschicht werden privatisiert (Pech gehabt!), die Risiken der Oberschicht werden sozialisiert (Systemkollaps)?

Hier ein offener Brief von Michael Moore an den US-Präsidenten (die Seite selbst ist SCHROTT!):

http://www.muslim-markt-forum.de/t227f2-Brief-von-Michael-Moore-an-den-amerikanischen-Praesidenten-Obama.html

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