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Showing posts from September, 2011

Das echte Amerika

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Amerika ist nicht Hollywood - nicht bei weitem. Während Hollywood eine Art Fantasieland Amerika ist, leben die echten Amerikaner irgendwo anders - zum Beispiel in Oklahoma.

Irgendein Klugscheißer - allerdings ein sehr witziger Klugscheisser - hat Hollywood-Gesichter auf den Körpern von echten Amerikanern aus Oklahoma gephotoshoppt, um zu zeigen, wie Hollywoodstars und andere Promis ("celebrities") aussehen würden, wenn sie echte Amerikaner wären.

Hier eine Auswahl:

Tom Cruise:
 Sharon Stone:
 Sarah Jessica Parker:
 Pamela Anderson:
 John Travolta:
 Johnny Depp:
 Jennifer Aniston:
 Die Beckhams:

Alle Bilder hier.

Kann Satire rassistisch sein?

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Bizarre Aktion einer Gruppe junger Republikaner auf dem Campus von Berkeley in Kalifornien: Sie gaben eine geplante „Bake Sale“ bekannt - den Verkauf von Kuchen, Cupcakes und anderen selbst gebackenen Leckereien – auf dem Campus, wobei sich die Preise der Süßigkeiten je nach Rasse des Käufers sich variieren würden:
$ 2 für Weisse $ 1,50 für Asiaten $ 1 für Latinos $ 0,75 für Schwarze $ 0,25 für Indianer und ein $ 0,25 Rabatt für Frauen.
Es war Satire natürlich und als solche ist sie gelungen: Alle sind empört, alle reden darüber. (Hier die Story in der New York Times.) Es ist so sehr gelungen, dass diejenigen, die es veranstaltet haben, jetzt Angst haben und sich auch teilweise schämen. Dennoch wird die geplant Aktion scheinbar veranstaltet.
Es geht um „Affirmative Action“. Das ist eine Ansammlung von Gesetzen, die seit den 70ern dazu da sind, Minderheiten eine Chance zu geben, die sonst nur Weisse haben. Speziell wird in Kalifornien darüber diskutiert, ob die Zulassungspolitik…

Ist Reality-TV subversiv?

Ich muss gestehen, ich mag Reality-TV. 
Ich finde zum Beispiel Dieter Bohlen viel ehrlicher als Thomas Gottschalk.
Beide zeigen Freaks, doch während Bohlen zugibt, dass er Entertainment macht und sich auch nicht dafür entschuldigt, läuft „Wetten dass...?“ in einem Staatssender mit Kulturauftrag. Dazu kommt, dass „Wetten dass...?“ eine Werbeveranstaltung ist: die eingeladenen Promis machen ja Werbung für ihre neuesten Produkte, und die ZDF stellt sich da gern zu Verfügung. Bohlens' Shows sind da weniger verlogen.
Nun wurde eine sehr beleibte Casting-Show unter Protest in China abgesetzt, und man vermutet, dass es vor allem um eins geht: Die Zuschauer mussten in der Show wählen. Sie mussten genauso wie in DSDS ihre Stimme abgeben und ihren Lieblingsstar wählen. Das war der chinesischen Obrigkeit wohl zu viel Demokratie – man konnte sich ja daran gewöhnen.
Hier die Story in The Economist.
Das gefiel mir – oft kommt Änderung durch platte, unscheinbare Dinge und ich kann mit gu…

Jedes Land bekommt die Politiker, die es verdient

Gerade habe ich eine interessante Studie über das Verhalten des amerikanischen Wählers gesehen:

Einerseits werden Politiker der Demokraten, in deren Amtszeit staatliche Ausgaben sowie Steuer erhöht werden, oft wieder gewählt;

andererseits werden Politiker der Republikaner, in deren Amtszeit das gleiche passiert, nicht wieder gewählt werden.

Es scheint also, dass amerikanischen Wähler ganz klare Vorstellungen davon haben, wie die Politiker der jeweiligen Partei jeweils handeln sollen. Wenn das stimmt, dann kann man den Republikanern die Schuld für die gegenwärtige Misere in Washington nicht geben – sie tun nur das, was die Wähler erwarten.

Ein uralter Ritual

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Ein Amerikaner kennt das – das uralte Ritual des “weak president/strong president”.

So funktioniert es:

Ein Kandidat erklärt im Wahlkampf seinen Wählern, das Problem mit Washington sei, dass jede Partei nur auf die eigene Vorteile schielt und nicht zusammen für das gemeinsame Wohl arbeitet. Washington muss seine Polarisierung überwinden, die verschiedenen Faktionen sollen ihre Arme zu einander ausstrecken – über den Gang hinweg, den sie trennt: “accross the aisle.”

Meist ist das ein Demokrat, der das sagt, aber nicht immer. Obama hat es gesagt, auch Reagan. Beide haben es auch erstaunlicherweise ernstgenommen (Bush hat es zum Beispiel nie ernst genommen).

Dann kommt das rüde Erwachen: Keiner hat die leistete Absicht, “über den Gang” hinweg zusammenzuarbeiten. Es sind ja Politiker, ja, was glauben Sie denn? Das ist mit Obama passiert (aber nicht mit Reagan – er konnte wunderlicherweise gut mit den Demokraten umgehen; er war ein Ausnahmetalent).

Man hat anfangs von Obama geglaubt, er k…

Celebrating Nuts

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Jedes Jahr feiert das Guinness Buch der Weltrekorde Menschen, die Außergewöhnliches leisten...  in Wahrheit ist es natürlich eine gut gelaunte Freak Show, irgendwo zwischen X-Faktor und Wetten Dass...?, aber ich mag es.

Ich mag es, weil es schön ist, ganz normale Menschen die eine Spleen haben mal ins Rampenlicht zu lassen, wo meistens nur irgendwelche aufgeblasene Wichtigtuer sind - wie unsere Politiker und diejenigen, die über sie berichten.

Hier mein persönlicher Best of:

Die längste Zunge!
Die schnellste Heiratskapelle!
Die kürzeste Katze!
Die meisten Hunde, die Seilspringen!
Die groesste Schokoriegel
Die meisten Kühe!

Und zuletzt auch eine Deutsche: Die meisten Plüschpinguine!

Sarah Palin ... klug, links und auch noch hübsch!

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Wer hätte das gedacht? Sarah Palin nicht nur doch intelligent, sondern ... links?
In Amerika wie auch in Europa ist es natürlich Brauch, Sarah Palin als dumm zu verschreien und, wenn man in den Zeitungen über die berichtet, entweder von ihren dummen Fehlern oder von ihrer extrem rechten (also auch dummen) Ideologie.
Also ist es mehr als ungewöhnlich, wenn jemand laut sagt, dass sie doch ein oder zwei gute Ideen hat. Es ist sogar gefährlich – für den Ruf.
Ein New York Times Kolumnist hat es gewagt: Anand Giridharadas hat sich gefragt, was Sarah Palin denn eigentlich sagt, und hat eine Rede von ihr genau angeschaut. Er war überrascht, einige nicht nur intelligente, sondern auch noch ungewöhnlich linke Ideen da zu finden.
Palin hat nicht nur die linken Demokraten durch den Kakao gezogen, sondern auch die Republikaner – ihre Kritik galt nicht nur linke Ideen, sondern „Profi-Politiker“ insgesamt. Diese stecken mit der Wirtschaft unter einer Decke, sind Sklaven der Lobbyisten und berei…

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Ziegenhoden für das Volk!

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Einer der größten Quacksalber in der langen und ehrwürdigen Geschichte amerikanischer Betrüger war John R. Brinkley (1885 - 1942).

Nachdem er sein Medizinstudium nicht zu Ende machten durfte, dachte er sich: "Jetzt komme ich erst jetzt ganz gross raus". Er verband wilde, bizarre anti-medizinische Behauptungen mit einer perfekten PR-Kampagne: Er hatte seinen eigene Radioshow, in der er medizinischen Rat verteilte, den er in dem Moment erfand, als leidende Menschen anriefen. Dies expandierte er auch noch, bis er eine eigenen Sender hatte und so beliebt wurde, dass er für das Amt des Gouverneurs kandidieren konnte - er hat zwar nicht gewonnen, aber es war knapp.

Medizinisch war sein Größter Coup die Heilung von impotenten Männern, von denen es scheinbar eine Menge in Kansas gab. Seine bahnbrechende Methode? Er nähte Ziegenbockhoden in den Hodensack des Mannes ein, der ab sofort selbst wahrhaftig zum geilen Bock wurde.

 Medizinisch war der Eingriff gar nicht so gefährlich - e…

Die Todesstrafe als Klassenkampf?

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Spiegel-Online hat einen wie üblich schockierenden Bericht über Präsidentschaftskandidat Rick Perry veröffentlicht, der eine Anekdote wiedergibt: Perry sei in einem live-Interview gefragt worden, warum er denn auf die Todesstrafe stehe. Seine Antwort: „Weil Amerikaner wissen, was Gerechtigkeit ist.“ Im Saal wurde gejubelt.

 Die meisten Deutschen würden darauf nur sagen: Das sind alles Barbaren, die Amis. Und viele Amis würden es auch sagen. (Es stimmt übrigens auch, dass ist ab er ein anderes Thema).

Genau dieses Thema – Todesstrafe – recherchiere ich gerade für das neue Buch und immer mehr glaube ich, dass wir alle – Deutsche sowie Amis – etwas grundsätzlich falsch verstanden haben. Es geht bei der Frage „Todesstrafe oder kein Todesstrafe“ nicht nur um Moral – ob es richtig oder falsch ist – sondern um eine Art Klassenkampf ... auf amerikanisch.

 Ich muss zwar die Statistiken noch einmal angucken, aber im Moment sieht es so aus, dass die meisten Menschen, die den Todesstrafe befürwor…

Religion und 9/11

Das Feier zum 10-jährigen Gedenktag von 9/11 in New York steht fest und von den ganzen Leuten die auftreten und was sagen werden, fehlen welche: Die Prediger. Vor allem die Baptisten und Christian Konservatives sind empört, dass keine religiöse Führer eingeladen wurden. Keiner weiss wirklich, warum das so ist - die Entscheidung kommt von Bloomberg selbst. Mindestens offiziell weiss keiner.

In Wahrheit ist es klar: Wenn man christliche Prediger einlädt, muss man auch Führer anderer religiösen Gemeinschaften einladen - einschliesslich Muslimen. Ein Imam, der in Ground Zero 10 Jahre nach 9/11 betet? Das möchte ich sehen.

Story in New York Times here.

RepublicanWatch: Wer ist besser für Deutschland?

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Im Moment sieht es auf der Republican-Seite so aus, dass der nächste Präsidentschaftskandidat entweder Gouverneur Rick Perry aus Texas (der Nachfolger dort von George W. Bush) oder ehemalige Gouverneur Mitt Romney aus Massachusetts sein wird. Das wird sich bis Februar sicher ändern.

Allerdings darf man schon jetzt die Frage stellen: Wenn der nächste Präsident ein Republican sein wird, wer ist besser aus deutscher Sicht: Romney oder Perry? Beide sind Konservativen – Perry steht der Tea Party nahe, auch wenn er nicht direkt drin steckt, und Romney ist Mormone. Beide haben auf gute Haare und einen starken Kinn.

 Trotzdem muss man aus deutscher Sicht Romney bevorzugen.
Zwar ist er ein self-made Millionär, was ihn für Deutsche suspekt macht (im Amerika aber heisst das, er kenne sich in der Wirtschaft aus und genau so jemanden brauchen wir), aber als Gouverneur von Massachusetts hat er schon vor Obama ein Gesundheitsreform mehr oder weniger nach deutschem Vorbild dort eingeführt. Das w…

Der Grund, warum viele Amerikaner die Todesstrafe doch ganz gut finden

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Mississippi ist immer noch Mississippi - dieses Video wurde August von CNN gedreht über eine Gruppe von Teens in Jackson, Mississippi, die fünf Uhr morgens eine Schwarzen anfielen und töteten. Inzwischen scheint es klar, dass sie es getan haben und zwar als "hate crime" also aus Rassismus, und werden dementsprechend angeklagt.

Hier mehr in New York Times.

The Black Widow schlägt wieder zu!

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Fuer diejenigen, die skurrile Wettbewerbe lieben, ist Sonya Thomas ein Phänomen: die koreanisch-Amerikanerin ist Amerikas Nummer 5 Esswettbewerbsiegerin - immer wieder schlägt die kleine Dame gestandenen Männer in Sachen schnell/viel Essen. Nun hat sie es geschafft, in Buffalo 183 Chicen Wings in nur 12 Minuten zu vertilgen. Davor hat sie es geschafft, in diversen Wettbewerben mehr Hotdogs, mehr "bratwursts", mehr Truthahn, mehr Waffeln und mehr Früchtebrote als die männlichen Champions zu verschlingen. (Man nennt sie "schwarze Witwe", weil sie die Männer - Wettbewerbsessen ist traditionell Männersport - Regelmäßig schlägt.)

Man würde vermuten, dass ein Mensch, der so schnell so viel essen kann, fett ist, stimmt aber nicht: Ihr kleiner Wuchs (sie wiegt gerade 45 Kilo) ist ein Vorteil, denn ihr Bauch kann leichter expandieren, weil der Schicht Fett fehlt, der den Bauch in anderen Menschen am Expandieren hindert.

So ein Wettbewerb ist schon merkwürdig, aber nicht un…

Obamawatch: Wie stehen die Aktien?

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Das Feld der republikanischen Kandidaten wird immer klarer. Für die meisten Beobachter geht es im Moment um

- Rick Perry (Gouverneur aus Texas),

- Mitt Romney (ehemaliger Gouverneur aus Massachusetts) und

- Michele Bachmann (Tea Party-Mitglied und Kongressmitglied aus Minnesota).

Dass es unter diesen Dreiern ernst wird sieht man daran, dass sie aufgehört haben, auf Obama einzuhauen und angefangen haben, aufeinander einzudreschen: Warum der jeweils andere niemals in der Lage wäre, die Wahl zu gewinnen, etc.

Dies hört sich schlimm an, ist aber richtig: Denn bis Februar müssen die Republikaner entscheiden, welcher der Kandidaten sie endgültig ins Rennen schicken. Sie wählen natürlich den aus, bei dem sie vermuten, er oder sie hätte die besten Chancen gegen Obama. Das wird Spass machen, denn in den nächsten Monaten werden wir alles zu hören bekommen, was diese Kandidaten jemals im Leben falsch gemacht haben. Ich freue mich rauf.

Allerdings ist Obama im Moment sein schlimmster Feind. L…

Realität ahmt wieder mal Kunst nach

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Wer die geniale Serie "Breaking Bad" nicht kennt, sollte es kennen lernen. Handelt von einem Loser-Chemielehrer, der anfängt, Meth zu kochen und zu verkaufen.

Nun kommt es heraus, dass es das auch tatsächlich gibt - ein real-life-Breaking Bad: Ein Professor in California wird jetzt gesucht, der Meth verkauft und auch noch einer illegalen Motorradgang bevorsteht. Nur in Amerika!

Hier der Artikel in New York times.

Hier Breaking Bad auf YouTube: